13. April:
Ich schreibe diese Zeilen im Zelt in der Hoffnung sie und ein paar Bilder bald hoch laden zu können.
Der Arbschied von Aladag fiel schwer – beiderseits – doch war es eine gute Entscheidung weiter zu gehen, trotz der schlechten Wetteraussichten. Die erste Etappe nach meinem Aufenthalt in Aladag war im ersten Teil super, so ging es über den letzten Gebirgskamm runter ins Vorland. Da wartete schon ein Empfangskommité mit Cay auf mich – sie haben irgendwie von mir erfahren und auf mich gewartet
Ich konnte jedoch nur für einen Cay bleiben da ich ja den See noch erreichen wollte bevor es dunkel wird.

Meine türkische Familie

Empfang in Karkipare – war echt schwer sich los zu reißen!
Ich erreichte ihn, aber es lief dann doch alles anders als vorgestellt – natürlich war dieser See wieder eine Talsperre und natürlich gab es die Straße die ich gehen wollte nicht, oder war zumindest nicht offensichlich erreichbar, so wählte ich eine Alternativroute – ein schlechte wie sich herausstellte. Es handelte sich dabei um eine neue breite Straße die sich endlos durch Bergeinschnitte schlängelte – rechts und links nur Fels – keine Sicht, kein Platz zum Lagern. So lief ich und lief und lief… bis 35km auf dem GPS standen und ich bald verzweifelte. Irgendwann gelang ich dann doch in ein winziges Dorf mit dessen Bürgermeister ich zufälliger Weise direkt in Kontakt kam – Unterkunft gesichert!
Am Morgen gabs Frühstück und Cay, dann gings weiter – durch die Kornkammer Adanas. So weit das Auge reichte Felder und seichte Hügel – ein schöner Anblick mit den schneebedeckten Gipfeln des Tauros im Rücken, nur die Straßen, die ansich ganau meinem Geschmack entsprachen, schlängelten sich scheinbar unsystematisch durch die Flur. So lief ich heute zwar 32km, Luftlinie waren es dann aber doch nur 20. Ich kampiere in einem kleinen Wäldchen umringt von Feldern.

Abendliches Ritual: Reis und Cay kochen auf Rolands Hobo

Diese Straßen! Die Einheimischen nennen sie “Zigzag” – das sagt doch alles!
Ach, übrigens, da Adana nur noch 2 Tage weg ist, ich aber noch 7 Tage habe, werde ich an Adana vorbei ziehen und weiter Richtung Küste gehen. Ein mögliches Ziel wäre dabei Yumurtalik.
15. April:
Ich bin jetzt in Ceyhan. Bis hier her bin ich nur durch kleine Bauerndörfer gekommen – weit und breit kein Internet. Ich habe mich nun auf Yumurtalik fest gelegt – es sind auch nur noch 30 km bis da hin, also übermorgen werde ich voraussichtlich ankommen. Das Wandern hier im Küstenvorland ist sehr eintönig, überall Felder und Weiden und hin und wieder kommt man durch ein winziges Dorf wo man von Hunden verfolgt wird. Abgesehen von der wenig abwechslungsreichen Gegend, kreuzen viele Menschen meinen Weg. Jeder fragt woher ich komme und wohin ich gehe, und wenn es eine Möglichkeit gibt Cay zu trinken, werde ich natürlich dazu eingeladen. So ist es wirklich schwer voran zu kommen: 1km gehen, 1 Cay trinken, 1km gehen und den nächsten Cay trinken… und so weiter. So komme ich durchschnittlich auf 15km pro Tag! Es ist jetzt 14 Uhr und ich habe gerade mal 8km hinter mir. Auf diesen 8km trank ich 9 Cay und blieb einmal zum Mittagessen.

Zu Mittag beim Bauern…
Die letzte Nacht schlief ich bei einem sehr freundlichen Landwirt und seiner Frau – er konnte Deutsch so war es endlich einmal möglich zu SPRECHEN – das fehlte mir bis dahin! Ich redete auch ununterbrochen – möglicher Weise war er genervt von mir…

Bei den beiden konnte ich über Nach bleiben und mir den Magen voll schlagen – Danke!!
Ceyhan ist eine relativ große Stadt – sie scheint ganz nett zu sein – lange werde ich mich hier aber nicht aufhalten. Es ist an der Zeit einen Schlafplatz außerhalb zu finden….
Das Wetter ist sonnig und verdammt heiss – jemand schenkte mir schimpfend eine Mütze, da es wohl Lebenmüde sei in dieser prallen Sonne durch die Felder zu gehen – damit mag er wohl recht haben
Bis bald vom Mittelmeer!