Oi!
Nun endlich melde ich mich zu Wort, gerne haette ich das schon frueher getan, jedoch ist es inmitten des Regenwaldes nicht so gut um eine funktionierende Internetverbindung gestellt. Dafuer wird dieser erste Eintrag jedoch auch etwas umfangreicher ausfallen.
Die Anreise erfolgte problemlos wenn auch mit etwas Glueck. In São Paulo angekommen, ging es ohne laengerem Aufenthalt mit dem Bus weiter nach Rio und von da aus in den Regenwald zu meiner „Praktikumstelle“ im wunderschönen Naturreservat Guapiaçu in der Naehe von Cachoeiras, wo das einzige Internetcafé der Region zu finden ist. In Cachoeiras angekommen, fand ich auch gleich Katharina, meine Praktikumsleiterin – eher zufaellig, da jeder Versuch mit ihr telefonischen Kontakt auf zu nehmen scheiterte und wir so auch kein Treffpunkt oder etwa eine Zeit ausmachen konnten.
Das Praktikum ist weniger geographischer als botanischer Natur: Katharina mach hier ihre Dissertationsfeldstudie in dem sie das Reproduktionsverhalten dreier ausgewählter Pflanzen in Waldfragmenten und Primaerwaeldern untersucht und vergleicht. Die Aufgaben sind unter Anderem die Beobachtung der Blueten und ihrer Bestauber (Kolibris, Bienen, Schmetterlinge etc.) Das heißt u. A. bis zu 8 Stunden lang regungslos im Regenwald sitzen, Bestäuber zählen und ihr Verhalten beobachten. Das kann mitunter anstrengend werden, wenn sich gleichzeitig 10 Bienen um eine Bluete tummeln, oder es wird einfach nur langweilig, wenn sich in 8 Stunden nur ein Kolibri blicken laesst.
Die Untersuchungsgebiete sind hier überall großraumig verteilt. Oft muss man bis zu 1 ½ Stunden laufen um seine Arbeit beginnen zu koennen. Also neben der Sitzerei, ist man auch ausreichend aktiv unterwegs.

Bisher habe ich leider noch nicht viel außerhalb des Untersuchungsgebiets sehen koennen, da die Arbeit vom Wetter und der Bluetezeit der Pflanzen abhaengig ist. So waren wir dank des super Wetters die letzten 1 ½ Wochen nur auf den Beinen. Es ist Winter in Brasilien, was heisst, dass es jetzt mit relativ wenigen Niederschlaegen und Temperaturen zwischen 16 und 25 Grad die optimale Reisezeit ist. Es ist realtiv trocken – gemessen an der Feuchtigkeit des Sommers – aber feucht genug, dass einem die Linse der Kamera beschlaegt und die Klamotten vom Leib schimmeln koennen, trocknet man sie nicht an den Sonnentagen.
Jetzt bin ich in Cachoeiras im Internetcafe. Die Menschen hier sind sehr freundlich und an den Anblick von Europaern gewoehnt, denn hier sind neben einigen wenigen Touristen viele Forscher, Vogelkundler und Natuschuetzer unterwegs.
Unsere Unterkunft ist ein huebsches, idyllisch gelegenes Hauschen mit 3 Zimmern, einem Bad mit Blick auf den schoensten Berg der Gegend, einer Kueche in der es an nichts mangelt und einer großen Terrasse.


Die Flora und Fauna hier ist überwältigend! Überall tummeln sich exotische Tiere und übergroße Insekten, an die man sich schneller gewöhnt als ich anfangs dachte. Man fühlt sich hier im Haus zumindest nie allein
Wenn man so durch den Wald streift, bleibt einem die eine oder andere unangenehme Ueberraschung auch nicht aus… So gestern als sich eine tellergrosse Spinne an mir herabseielte oder eine Natter im Begriff war mich zu attakieren…
Ich werde jeden freien Tag nutzen, um hier her, nach Cachoeiras, zu kommen. So hoffe ich, dass ich zukuenftig in kuerzeren Abstaenden schreiben kann. Beim letzten Versuch den Blog zu aktualisieren ist zu allem ueberfluss der Server auf dem diese Seite liegt ausgefallen, also kann ich leider fuer keine regelmaessigen Aktualisierungen garantieren.
Bis dahin, até logo!
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